Pixelwahn ohne Ende?
Die 10 Megapixel-Grenze ist längst überschritten, einige Kamerahersteller spekulieren schon mit 15 Megapixel-Lösungen. Immer öfter wird die Größe der zu erzielendens Fotos zum wichtigsten Verkaufsargument für Kameras und die Zahl der Megapixel zum Qualitätsstandard. Ein Spiel ohne Ende?
Keiner der Anbieter von Pixelgiganten erweitert aber dabei den Sensor, der für die Aufzeichnung des Bildes verantwortlich ist. Die Bildsensoren behalten ihre ursprüngliche Größe – nur die Photodioden in den Sensoren werden kleiner. Die unanangenehme Nebenerscheinung ist ein zunehmendes Störsignal, das auch auf den Bildern sichtbar wird: das Bildrauschen. So hat vor kurzem die Zeitschrift c’t sechs aktuelle Kameramodelle, jeweils mit acht, zehn und zwölf Megapixel Auflösung einem gewissenhaften Test unterzogen. Das Ergebnis: Zwölf statt sechs Megapixel bedeuten nicht automatisch eine doppelt so gute Bildqualität.
Immer kleinere Pixel drängen sich auf einem gleichgroßen Chip. Damit wird das Bildsignal wird niedriger, der Elektronenfluss störungsanfälliger und durch Bildrauschen stärker sichtbar. Besonders bei hohen ISO-Werten wird dieses Problem zu einem immer größeren Störfaktor. Elektronische Systeme zu Verminderung dieses Phänomens können zwar eine Verbesserung erzielen , allerdings können sie nicht entscheiden, welche Pixel nun wirklich nur rauschen und welche wesentliche Bildinformationen besitzen. Damit sind ihnen automatisch Grenzen gesetzt.
Übersehen wird offensichtlich beim Wettlauf um das absolute Megapixelwunder das eigentliche “Kontrollorgan” jedes Bildes – das Auge. Tests haben gezeigt, dass das menschliche Auge diese enormen Bildauflösungen gar nicht mehr erfassen kann. Das Fazit: Bei einem normalen Betrachtungsabstand werden für ein Foto nicht mehr als 6 Megapixel benötigt. So lieferten Testfotos älterer Kameramodelle zum Teil bessere Bilder als einige der neueren Pixelgiganten.
Wer übrigens das lästige Bildrauschen vermindern will, für den haben die Tester noch zwei Tipps parat: Halten sie die ISO-Zahl möglichst gering und achten sie darauf, dass es ihrer Digitalkamera nicht zu warm wird. Ein Kühlkörper in der Fototasche macht absolut Sinn, denn: Kühle Bildsensoren rauschen beträchtlich weniger.
















Oktober 1st, 2007 at 20:09
Kühlakkus sind eine gute Idee, aaaaber: Vorsicht vor Kondensfeuchtigkeit. Der Temperaturwechsel von einer “kühlen” Tasche zur warmen Umgebung, kann für einen beschlagenen Sensor oder beschlagene Optikteile sorgen und somit nicht nur dem Bild, sondern bei häufigem Wechsel auch der Kamera schaden.
Die Kamera möglichst langsam an die Umgebungswärme gewöhnen lassen und nicht ständig zwischen kalt und warm wechseln.
Oktober 2nd, 2007 at 18:25
nun, ich denke, der pixelwahn ist das einzige messbare was hobbyfotografen umsetzen können.
da sie nie wieklich mit ernsthafter fotografie befaßt sind entgeht ihnen auch diese information der “überpixelung”.
aber, und damit werden sie sich anfreunden, schneller als es einem lieb ist, man kann nun den kleinen kanarienvogel doch mnoch so herausvergrößern als es je zuvor möglich war, und abends, da fotografieren die meisten nicht, bei regen nur ein minimaler prozentsatz.
für schönwetter-urlaubsbilder-oma-fotos reichen die über-drüber-pixelwunder allemal.
und das ist dann der verkaufserfolg . . . . . .
aber selbst in profibereich erreichte die 12mpix kamera der nikon dieselben ergebnisse wie die 16mpix von canon . . . .
und ich wette, die neue D3 wird, ich bin ein canonier, sicher ein hit und der canon kräftig einheizen trotz viel weniger pixel am vollformatchip.
pixelmania = werbetrick für unwissende.
Oktober 3rd, 2007 at 19:05
Seit die 6 Megapixelgrenze überschritten ist, kommt es mehr auf die optische Qualität der Objektive an.
Sigma-Kameras liefern mit ihren 4 Megapixel auch eine tolle Qualität, wenn das Objektiv gut ist.
Ähnlich wie beim Auto, viel PS allein garantieren noch keine schnelle Rundenzeit, Gewicht, Fahrwerk und Bremsen sind mindestens genauso wichtig.
Allerdings brauchen viel PS viel Sprit, ähnlich ist es bei den Megapixeln, die den Speicherplatzbedarf auf Karte und Festplatte erhöhen.
VG, Arne
Oktober 3rd, 2007 at 21:06
ganz interessant zum Thema:
http://www.digiklix.de/2007/09/18/je-mehr-pixel-desto-schlechter-das-bild-beste-bildqualitaet-mit-6-megapixeln/
Oktober 4th, 2007 at 11:14
Ich warne vor dem Pixelwahn. Ich bin auch von 6MP auf 10MP umgestiegen. Im Nromalfall sehe ich keinen Qualitativen Unterschied. Ein Problem ist aber wie schon beschrieben, das die Unterschiede bei den Objektiven sich extrem auswirken. Das heißt das ein Objektiv das an einer 6MP Kamera hervorragende Bilder gemacht hat, an einer 10MP in der Regel deutlich in der Leistung abfällt. Aus dem Grund habe ich sogar schon überlegt wieder zurückzugehen zu 6MP. Da brauch eich nicht die Top (Teuren) Linsen um die selben Ergebnisse zu erzielen.
Ein anderer Punkt den ich nachteilig finde, ist die mit der Pixelzahl steigende Bildgröße in MB. Bei meiner Konica Minolta im RAW hatte ich ca. 6,5MB für ein Bild, bei meiner Pentax K10D sind es schon 16MB. ich mußte meine Speicherkartenkapazität mehr als verdoppeln um die selbe Bilderzahl aufnehmen zu können.
Oktober 1st, 2008 at 00:20
mein tip: eine gute gebrauchte in der 4-6 MP klasse besorgen.
dann klapts auch mit dem bildrauschen. finger weg von diesen pixelmonstern mit ihren fußballfeldgroßen rauschebildern die niemand braucht. will ich wiklich große bilder führt kein weg am guten alten dia vorbei. over and out
Oktober 1st, 2008 at 22:47
Ich sehe es ganz ähnlich wie “habischnisch”. Eine wenn auch gebrauchte 6 MP taugt in der Regel erheblich mehr, als es die überdimensionierten 10 MPs etc. tun.
Das Problem läßt sich auch nicht beheben, solange der Sensor in einer solch kleinen Bauart gerfertigt wird. Also lieber Geld sparen und gebraucht kaufen und dabei noch die bessere Qualität erzielen.
Das sind fast drei Wünsche aufeinmal, die erfüllt werden