Tipps: Offenblendig fotografieren – Den Blick bewusst lenken
Wenn bei Fotografien von einem „tollen Bokeh“ die Rede ist, wurde die Aufnahme mit selektiver Schärfe gestaltet. Wie Sie dieses wunderbare Stilmittel einsetzen und damit kreativere Bilder machen können, erfahren Sie im Folgenden.
Was bringt das offenblendige Fotografieren?
Schöne Fotos gefallen dem Betrachter meist durch leicht erfassbare Bildinhalte und eine durchdachte Gestaltung. Neben einer gekonnten Bildkomposition zählt die selektive Schärfe zu den wichtigsten Gestaltungs- und Stilmitteln. Die scharfen Bildbereiche ziehen den Blick auf sich, unscharfe Bereiche wirken nebensächlich. Die Aufmerksamkeit gilt also dem Hauptmotiv und nicht den übrigen Bildinhalten wie zum Beispiel dem Hintergrund. Das heißt man stellt das Motiv frei.
Wie funktioniert es?
Eine geringe Schärfentiefe (unscharfer Hintergrund) erzielen Sie am besten mit einer weit geöffneten Blende (kleiner Blendenzahl, zum Beispiel 2,8 oder 1,8). Die Schärfentiefe ist bei längeren Brennweiten, bei selber Blendenzahl jedoch geringer, als bei kürzeren Brennweiten!
Ist Ihnen das zu theoretisch?
Dann schnappen Sie nun schnell Ihre Kamera und testen Sie die Einstellungen gleich einmal aus! Wechseln Sie also beispielsweise in den Blendenvorwahlmodi Ihrer Kamera, in dem Sie die Blende und den ISO-Wert bestimmen und die Kamera die dazu passende Verschlusszeit ermittelt. Dort wählen Sie nun eine kleine Blendenzahl und fokussieren im Automatikfokus und einem aktivierten Messfeld auf ihr Hauptmotiv, welches scharf abgebildet werden soll. Stellen Sie nun scharf und betätigen Sie dann den Auslöser.

Einstellungen: Kameramodell: Canon EOS 50D, Blendenzahl: F/1,4, Belichtungszeit: 1/500 Sek., ISO: 100
Bei diesem Bild erkennen Sie sehr gut die Freistellung des Hauptmotivs – der Katze. Die Katze wird scharf abgebildet, der Hintergrund unscharf wobei so genannte „Lichtkreise“ (Bokehs) entstehen.
(Gastbeitrag testfreaks.de)



